Strukturgleichungsmodelle: Modell zeichnen, schätzen, berichten

Viele Studien prüfen nicht eine einzelne Hypothese, sondern ein ganzes Modell: Nützlichkeit wirkt auf die Nutzungsabsicht, Vertrauen vermittelt, das Alter verändert die Stärke eines Pfads. Bisher hieß das, Daten zu exportieren und das Modell in R oder einem anderen Programm neu aufzuschreiben. Jetzt entsteht es dort, wo Sie die Studie ohnehin planen.
Modell zeichnen im Studienplan
Über den Hypothesen im Studienplan schaltet „Liste | Modell“ zwischen zwei Ansichten derselben Hypothesen um. In „Modell“ ziehen Sie Konstrukte, einzelne Fragen und Gruppen auf eine Fläche und verbinden sie:
- eine Variable auf eine andere ziehen oder am Punkt am Rand anfassen legt eine Beziehung an; im Feld „Beziehung“ bestimmen Sie Art und Richtung
- „Einfluss“ ist ein gerichteter Pfad, „Zusammenhang“ eine Kovarianz ohne Richtung
- eine Variable auf einen Pfeil gezogen wird zum Vermittler oder zum Moderator dieses Pfads
- jeder Pfeil ist eine Hypothese der Liste, mit Richtung, Vorzeichen und Formulierung
- „Automatisch anordnen“ ordnet das Modell übersichtlich, dazu Raster, Hilfslinien, Zoom und „Als Bild (SVG)“ für Folien und Paper
- eine Zeile unter der Fläche nennt freie Parameter, Freiheitsgrade und das nötige N, bevor die erste Person antwortet
- alles geht auch mit der Tastatur, und eine Textfassung beschreibt das Modell für Screenreader
Die Ergebnisseite zeichnet das Pfaddiagramm später in genau der Anordnung, die Sie gewählt haben.
Kovarianzbasiert oder PLS
Wählen Sie bei einer Hypothese das Verfahren „Strukturgleichungsmodell“, schätzt Askurious alle so markierten Hypothesen gemeinsam in einem Modell. Kovarianzbasiert mit den üblichen Fitwerten (χ², CFI, TLI, RMSEA, SRMR), oder als PLS-SEM, wenn das Modell eher vorhersagen als bestätigen soll. Zu jeder Hypothese steht ein Satz für den Bericht nach APA, dazu das Messmodell mit Ladungen, AVE, Composite Reliability und HTMT. Indirekte Effekte bekommen ein Bootstrap-Intervall.
Moderation und moderierte Vermittlung
- Moderation: Ein Moderator auf einem Pfad wird als Wechselwirkung im Modell geprüft. Die Ergebnisseite zeigt die einfachen Steigungen bei ±1 SD mit einem kleinen Bild.
- Gruppen als Moderator: Ist der Moderator eine Gruppe, etwa Geschlecht oder Studienfach, vergleicht ein Mehrgruppenmodell den Pfad in allen Gruppen. Das geht auch mit mehr als zwei Gruppen, je Gruppe mit mindestens 50 Fällen.
- Gruppen als Ursache: Eine Größe mit mehreren Gruppen kann auch selbst etwas erklären, mit einem Pfad je Gruppe gegen die erste.
- Moderierte Vermittlung: Sitzt der Moderator auf einem Pfad einer Vermittlung, prüft Askurious den Index der moderierten Vermittlung mit Bootstrap-Intervall und zeigt die bedingten indirekten Effekte bei ±1 SD.
Planen und weiterrechnen
Unter „Stichprobengröße“ plant ein Rechner das N für ein Strukturgleichungsmodell über den RMSEA, und für Moderationen schätzt der Studienplan das nötige N mit. Auf der Seite „Export“ gibt es das passende R-Skript (lavaan, seminr), mit dem Sie das Modell mit denselben Daten selbst nachrechnen oder erweitern. Das Glossar erklärt die Begriffe, von Kovarianz bis Moderation.